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    Gehölzschnitt

    Der Schnitt der Rahmen- und Flächenbepflanzungen auf unseren Grabstätten ist die mit Abstand aufwändigste Pflegemaßnahme. Man kann grob vier Arten der Rückschnitte unterscheiden: den Verjüngungsschnitt, den Erziehungsschnitt, den Formschnitt und das 'Auf-den-Stock-Setzen'. Teilweise gehen die Schnitte fließend in einander über, so ist z. B. ein Formschnitt immer auch ein Erziehungsschnitt. Je nach Schnittart kommen verschiedene Techniken und Werkzeuge zum Einsatz, die ich im folgenden kurz vorstellen möchte.

     

    Der Verjüngungsschnitt

    Beim Verjüngungsschnitt werden lediglich die Austriebe des letzten Jahres oder der letzten beiden Jahre entfernt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Habitus der Pflanze, also ihr Wuchscharakter erhalten bleibt. Ziel des Verjüngungsschnitts ist es, das Pflanzenwachstum 'einzufrieren', also die Pflanze in einer Größe zu halten, die nicht ihrem tatsächlichen Alter entspricht.

    Zum Einsatz kommt hier lediglich eine Gartenschere und ein gutes Auge. Die Schere sollte scharf sein und eine nach vorne spitz zulaufende Klinge haben, um möglichst exakt schneiden zu können.

     

    Der Erziehungsschnitt

    Ziel des Erziehungsschnitts ist es, das Pflanzenwachstum in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das kann zum Beispiel sinnvoll und notwendig sein, um einen Grabstein dauerhaft freizustellen, oder Rahmengehölze daran zu hindern ineinander zu wachsen. Ähnlich wie beim Verjüngungsschnitt werden hier Jahrestriebe entfernt, jedoch  nicht alle, sondern lediglich diejenigen Triebe, die nicht in die gewünschte Richtung wachsen.

    Ein weiterer Grund für einen Erziehungsschnitt kann das Entfernen des Mitteltriebes (der Terminale) sein, um die Pflanze zu einem dichteren, buschigerem Wachstum zu bringen. In diesem Fall staut sich an der Schnittstelle der Saftstrom und 'weckt schlafende Augen', also ruhende Knospen. Dieser Effekt ist vor allem bei Hintergrundgehölzen erwünscht, um einen geschlossenen Rahmen zu erreichen, der gleichzeitig den Grabstein freilässt. Ein Beispiel für einen Pflanze, bei der solch ein Schnitt nicht nur sinnvoll, sondern nötig ist, ist der Kirschlorbeer (z. B. Prunus laurocerasus 'Etna'). Ohne einen solchen Schnitt würde die Pflanze sehr lockere, lange Triebe ausbilden und unansehnlich werden.

    Der Formschnitt

    Eine Sonderform des Erziehungsschnitts ist der Formschnitt, bei dem die Pflanze in eine bestimmte, meist geometrische Form (Kegel, Kugel, Quader et.) gebracht wird. Für den Formschnitt eignen sich am besten Gehölze mit einer feinen Nadel- oder Laubstrukur. Klassische Formschnitt-Pflanzen sind Buxbaum  (Buxus) oder Eiben (Taxus). Ein eindrucksvolles Beispiel für einen Garten ganz aus in Form geschnittenen Gehölzen sind die Gärten und Parks von Levens Hall im Lake District in Wales (GB).

    Formschnitt ist arbeitsintensiv, aber eine gute Möglichkeit, Gehölze über Jahre, Jahrzehnte oder - im Fall von Levens Hall - Jahrhunderte in der gleichen Form zu halten. Wir werden oft gefragt, ob wir nach einer Schablone arbeiten. Im gewissen Sinne, ja. Unsere Schablone ist der alte Schnitt, die stark verholzten und verzweigten Triebe unterhalb des Neuaustriebs. Sie setzen den Heckenscheren einen Widerstand entgegen, an dem man sich beim Schnitt entlang tasten kann.

    Ansonsten gehören auch hier ein gutes Auge und vor allem eine ruhige Hand dazu. Als Werkzeuge kommen eine Motorheckenschere mit engem Zahnabstand und hohem Hub (5000 Hübe / Minute) zum Einsatz, beispielsweise eine Stihl HS81T. Für kleinere Gehölze und Feinarbeiten verwenden wir Handheckenscheren (Freund 1954). Die Scheren dürfen nicht haken und müssen über während des gesamten Schneidevorgangs gleichmäßig laufen.

    Das Auf - den - Stock - Setzen

    Die radikalste Form des Gehölzschnitts ist das Auf-den-Stock-setzen. Damit wird ein Schnitt bezeichnet, bei dem die Pflanze bis auf die Hauptäste zurückgeschnitten wird. Gleichzeitig werden diese Hauptäste noch auf etwa einen halben bis einen Meter über dem Wurzelansatz eingekürzt. Man zwingt die Pflanze dadurch, ihren Habitus komplett neu auszubilden.

    Physiologisch betrachtet ist es für die Pflanze einfacher, mit wenigen großen Wunden fertig zu werden, als mit einer Vielzahl kleiner. Jedoch vertragen nicht alle Pflanzen diese Rückschnittart. Gute Erfahrungen haben wir mit Stechpalme (Ilex), Eibe (Taxus), Kirschlorbeer (Prunus lauro. in Sorten) und Rododendron gemacht.

    Die verwendeten Werkzeuge unterscheiden sich von Gehölz zu Gehölz. Die Spannbreite reicht von einer einfachen Gartenschere über Astschere und Zugsäge bis zur Kettensäge.